Welches Leder eignet sich zum Basteln?

Leder kann man eigentlich in zwei grobe Arten einteilen. Zum einen hat man das Oberleder und das Spaltleder.
Das Oberleder ist hochwertiger als das Spaltleder, dafür ist das Spaltleder auch viel preiswerter.
Zum basteln von Manschetten und Fesseln eignet sich das Spaltleder eigentlich recht gut, leider besitzt es eine nicht so hohe Reißfestigkeit, aber für einfache Zwecke reicht es alle mal aus.
Man sollte nur beachten das die hier gezeigten Fesseln und Riemen nicht für das sog. Hänge-Bondage geeignet sind. Man sollte also keine Leute daran aufhängen. Zum einen ist das Spaltleder nicht so gut dafür geeignet und zum anderen eignen sich die Fesseln auch nicht dafür.
Für Liebhaber div. Hängespiele kann ich nur den Rat geben, das man sich spezielle Hänge-Fesseln besorgen sollte, die auch das Gewicht des Partners aushalten können und vor allem keine Blutgefässe abdrücken oder quetschen können.

Zum füttern der Manschetten und Fesseln benutze ich am liebsten Nappaleder.
Es ist weich und besonders abweisend gegen Feuchtigkeit und Verschmutzungen, also ideal für erotische Wäsche oder Polsterungen von Manschetten, Fesseln und Masken.

Wie schon erwähnt, bekommt Ihr Lederstücke sowie Lederriemen in sämtlichen Grössen im Shop vom Lederhaus.

Was sehr hilfreich sein kann, sind fertige Stanzteile, für Befestigungen von D-Ringen oder Schnallen. Diese Stanzteile sind schon in einer bestimmten Grösse vorgeschnitten oder gestanzt worden, daher auch der Name, und haben auch schon fertige Löcher oder Schlitze für die Schnallen, so das man diese recht einfach zum basteln verwenden kann. Solche Stanzteile sind recht preiswert und können einem die Arbeit sehr erleichtern. Vorgefertigte Stanzteile bekommt Ihr unter anderem recht preiswert bei der Firma Naturpur.

Leder miteinander verbinden

Leder kann man auf verschiedene Arten miteinander verbinden.
Man kann man es kleben, vernähen oder mit einander vernieten.

Um Lederstücke miteinander zu verbinden eignen sich Doppelholnieten ganz hervorragend. Doppelholnieten bestehen immer aus zwei Teilen. Der Kappe (Oberteil) und Niete (Unterteil). Man sollte darauf achten das die Länge der Nieten mindestens 2mm größer ist als die Materialstärke, sonst ist die Festigkeit, die ja durch das Nieten erreicht werden soll, nicht gegeben.
Bei der Vorbereitung wird das Material mit einer Lochpfeife oder einer Lochzange gelocht. Die Größe des Loches richtet sich nach der Größe der Niete. In das Loch wird dann das Ober- und Unterteil der Niete eingeschoben und mit der Hand festgedrückt. Dann schlägt man die Nieten einfach mit einem Hammer zusammen. So wird dann die Niete fixiert. Man muss aber darauf achten, dass die Niete auf einer festen Unterlage aufliegt, wie z.B. einem Amboss, Stahlplatte oder einer Werkbank. Man darf keine weichen Materialien wie Leder oder weiches Holz verwenden, da sonst die Niete nicht richtig zusammen fixiert wird und somit ihre Festigkeit nicht erreichen kann.
Wenn man die Nieten professionell verarbeiten möchte, braucht man eine sog. Drehspindel. Diese Spindeln bekommt man in sämtlichen Ausführungen und Größen, aber die Anschaffung einer solchen Spindel sollte schon gut überlegt sein, da diese zum einen recht teuer und zum anderen auch nicht gerade klein ist bzw. auf einer Arbeitsplatte fest fixiert werden muß.

Bei Ösen sieht es fast genauso aus wie bei den Doppelhohlnieten, nur das die Ösen meistens aus einer Hälfte bestehen. Man unterscheidet Ösen die sich „ringrollend“ oder „sternspaltend“ umbörteln.
Ösen kann man auch mit einem Hammer im Material fixieren, aber man sollte doch lieber eine Ösenzange verwenden, da es damit wesentlich einfacher geht als mit dem Hammer. Wenn man eine bessere Festigkeit der Ösen erreichen möchte, sollte man Ringrollende Ösen und die dazu passenden Ringe verwenden. Die Öse wird dann durch das Loch im Material gesteckt und von hinten wird dann einfach ein passender Ring aufgelegt und dann mit der Zange zusammen gepresst. Damit erreicht man dann einen besseren Halt und eine bessere Festigkeit der Ösen.
 
Bevor man sich an das Nieten oder Ösen macht, sollte man zuerst lieber an einem Reststück üben. Sonst kann es sein, das man als Anfänger seine gute Bastelarbeit versaut…

Wenn man Leder kleben möchte, sollte man auf den richtigen Klebstoff achten.
Bei einigen Klebstoffe werden die Klebestellen mit der Zeit hart und können brechen. Bei speziellen Lederklebern passiert das nicht. Die Klebestellen härten mit der Zeit nicht aus und bleiben schön geschmeidig. Ideal bei Verklebungen von Wäsche oder dergleichen.
Speziellen Lederkleber bekommt man ebenfalls im Shop vom Lederhaus.

Nähen ist wohl die stabilste und beste Form der Verarbeitung, leider auch die schwerste, da das Nähen von Leder nicht gerade einfach ist. Man sollte sich dafür auch spezielle Nähahlen und Nähnadeln besorgen und auch erst einmal etwas üben, bevor man sich wieder an die Arbeit macht.
Wer nicht gerne mit der Hand nähen möchte, kann natürlich eine Nähmaschine benutzen.
Man sollte aber auch darauf achten das man mit der Maschine Leder nähen kann. Nicht jede Maschine eignet sich dafür, weil Leder ein recht widerstandsfähiges Material ist, aber wenn man auf die Dicke achtet und nicht allzu viele Lagen übereinander nähen möchte, sollte es schon funktionieren. Man sollte nur spezielle Ledernadeln für die Maschine besorgen. Solche Nadeln gibt es fast überall in gut sortierten Kaufhäusern und sind auch nicht gerade teuer. Wer keine eigene Nähmaschine sein Eigen nennen darf, der kann auch mal bei dem großen schwedischen Möbelhaus vorbeischauen. Dort gibt es schon eine Maschine für nur 49,- Euro. Man kann zwar für den Preis nicht sehr viel erwarten, aber für den Anfang dürfte es reichen.

Eine Quelle von unerschöpflichen Wissen der Lederverarbeitung ist auf der Seite vom Lederhaus zu finden.

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