Das richtige Werkzeug
Was braucht man denn nun wenn man Leder verarbeiten möchte?
Nun, zum einen braucht man eine scharfe und stabile Schere, mit der man auch Leder schneiden kann. Viele Scheren eignen sich nicht so gut dafür, da man nicht genug Kraft aufwenden kann oder diese einfach nicht allzu stabil gefertigt sind. Gute Scheren bekommt man in div. Geschäften mit Nähzubehör.
Da wir das Leder hauptsächlich mit Nieten befestigen werden, benötigt man auch eine Zange um die Löcher für die Nieten ins Leder zu bekommen.Am besten kauft man sich eine „Revolver- Lochzange“.
Der Name kommt daher, weil die Lochpfeifen, mit denen man die Löcher in das Material stanzt, in einer Trommel angeordnet sind, die an eine Trommel eines Revolvers erinnert und man somit schnell und einfach die richtige Größe der Lochpfeife einstellen kann ohne groß die Zange umbauen zu müssen.
Es gibt solche Zangen in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Für den Anfang reicht aber eine einfache und preiswerte Zange aus. Man bekommt solche Zangen schon recht preiswert im Baumarkt. Bei teueren Modellen kann man sogar die Lochpfeifen auswechseln.
Man sollte dabei beachten, dass die Lochpfeife mit ihrem Außendurchmesser das Leder etwas auseinander drückt und somit das gewünschte Ergebnis verfälschen kann (der Durchmesser kann etwas grösser sein als gewünscht.). Am besten probiert man erst einmal an einem Reststück die gewünschte Einstellung aus.
Wenn man Ösen anbringen möchte, 
z.B. für Löcher wo man eine Schnürung durchführen möchte oder zum Verstärken von Löchern eines Schließriemens oder Gürtels, kann man entweder auch eine Ösenzange dafür verwenden oder die Ösen mit Hilfe eines Hammers anbringen. Ich rate aber eher zu der Benutzung einer Ösenzange. Das ist einfacher und das Ergebnis sieht auch etwas besser aus.
Solche Ösenzangen gibt es auch in verschiedenen Ausführungen und Preisklassen. Bei einigen Zangen ist die Größe der zu verwendeten Ösen in Millimeter schon vorgegeben. Das bedeutet, dass man mit dieser Zange nur Ösen in diesen Größen anbringen kann. Darauf sollte man schon beim Kauf achten.
Beispiel: Bei einer Zange ist angegeben, das man Ösen von einer Größe von 2-4 mm anbringen kann. Also kann man mit dieser Zange keine Ösen mit einer Größe von 5 mm anbringen.
Es gibt auch Zangen wo man das Werkzeug (die Vorrichtung zum anbringen der Ösen) wechseln kann, aber diese sind leider recht teuer und die Werkzeuge kosten auch noch mal extra.
Ein unverzichtbares Werkzeug ist u.a. eine Drehspindel
Um Nieten und Ösen miteinander zu verbinden reicht normalerweise auch ein Hammer aus, aber dafür braucht man schon etwas Übung und der Krach der dabei entstehen kann ist nun auch nicht gerade jedermanns Sache.
Um die besten Ergebnisse beim Nieten zu erzielen braucht man schon das richtige Werkzeug, eine Drehspindel.
Leider ist so eine Drehspindel nicht gerade sehr preiswert und nach oben gibt es auch kaum Grenzen, aber für den Hobbyanwender reicht auch eine einfachere preiswerte Spindel aus.
Der Vorteil bei den Spindeln ist der, dass die Werkzeuge austauschbar sind und man somit nicht nur Nieten sondern auch Ösen und Druckknöpfe anbringen kann.
Leider kosten die Werkzeuge auch noch mal extra und für jede Nietengröße braucht man auch die passende Grösse vom Werkzeug, was sich aber mit der Zeit wieder recht schnell bezahlt macht. Man hat nicht nur mehr Gewalt und weniger Kraftaufwand beim Nieten sondern auch keinen Lärm mehr, als wenn man die Nieten normalerweise mit einem Hammer ins Material treibt.
Normalerweise muss eine Spindel fest mit einem Tisch verbunden werden, da man sonst nicht die Kraft aufwenden kann die man benötigt. Hier kann man auch einen einfachen Trick anwenden. Man befestigt die Spindel auf ein Reststück von einer Küchenarbeitsplatte die man normalerweise in der Restekiste im Baumarkt findet. Unter der Arbeitsplatte klebt man noch ein paar Filzgleiter und nun kann man dann die Spindel zusammen mit zwei Schraubzwingen an einem Tisch fixieren ohne gleich Löcher in diesen bohren zu müssen.
(Siehe nächste Seite)
Da man nicht nur Werkzeug für Nieten, Ösen und Druckknöpfe für eine solche Spindel bekommt, sondern auch Lochpfeifen in verschiedene Größen um Löcher in div. Materialien stanzen zu können, ist eine solche Spindel sehr vielfältig und für jeden ernsten Bastler eine Anschaffung wert
Zum schneiden von Leder braucht man ein stabiles und vor allem ein sehr scharfes Messer. Es gibt auch spezielle Ledermesser auf den Markt, aber ein gutes Bastelmesser mit auswechselbaren Klingen reicht da auch schon aus.
Bei den Messern wo man die Klinge abbrechen kann und somit wieder eine frische und scharfe Klinge zur Verfügung hat, sollte man aufpassen das beim Schneiden die Klinge nicht aus versehen abbricht (Verletzungsgefahr). Das kann gerade bei dickerem Leder mal passieren.
Man sollte auch auf eine gute Unterlage und auf ein stabiles sowie großes Lineal
achten. Wer möchte schon auf dem Küchentisch schneiden und dann aus versehen in die Tischplatte schneiden ?? Aus diesem Grund kann ich folgende Dinge empfehlen:
Eine Schneidematte und ein gutes und langes Lineal aus Aluminium.
Die Schneidematte bekommt man zum Beispiel in 4 verschiedenen Grössen von der Fa. Dahle (Art.Nr.: 10692)
Ich habe mich für die Größe 450 x 600 mm entschieden. Ich finde das ist eine Grösse die für meine Zwecke genau richtig ist. Es gibt die Matte aber auch noch in der Grösse 600 x 900 mm, aber dann ist diese doch recht gross.
Der Vorteil bei einer Schneidematte liegt darin, das sich evtl. Riefen des Schnittes wieder von selber schliessen und somit wieder eine einigermassen glatte Oberfläche bieten. Man kann auch ein Stück Pappe benutzen, aber wenn man zu oft etwas geschnitten hat, ist das Stück Pappe auch nur noch ein Loch mit Fransen drum und somit nicht mehr zu gebrauchen.
Die Schneidematte ist in einem sehr schönen Blau und hat auch noch Hilfslinien für die Bearbeitung aufgedruckt.
Wenn man mit einem Cuttermesser schneidet sollte man auch auf ein gutes und vor allem stabiles Lineal achten. Nach einigen Versuchen bin ich auf ein Metalllineal gestossen und bin sehr zufrieden damit. Es ist stabil, hält auch mal den einen oder anderen Ausrutscher aus und verbiegt sich nicht so leicht wie es ein Kunststofflineal mal gerne tut.
Es gibt einige Anbieter auf dem Markt für Metalllineale, aber leider sind die trotzdem recht schwer zu bekommen. Ich habe mir ein Lineal von der Fa. Folia (Art.Nr. 2305) gekauft.
Es hat die Länge von 50 cm und eine Anti-Rutsch-Beschichtung auf der Unterseite.
Man kann dieses Lineal für kleines Geld bei dem Büro-Artikel-Shop Viking-Direkt bekommen. Bei Viking-Direkt kann man auch als Privatperson einkaufen, dann allerdings nur über das Internet, aber wen stört das schon...?
Zum anzeichnen eignet sich am besten ein Silberstift.
Dieser Stift kann man wieder wegradieren, wenn man sich mal vertan hat.
Den Stift bekommt man für recht kleines Geld im Shop vom Lederhaus.
Wenn man Leder miteinander verkleben möchte
findet man auf vielen Verpackungen von Klebstoffen folgenden Satz: „mit kurzem aber hohen Druck zusammenpressen um hohe Klebekraft erzielen zu können…“
Wie soll man aber nun mit hohem Druck zwei Stücke Leder zusammenpressen…?
Wenn man nicht gerade eine Presse zur Hand hat, kann man wieder in einem Baumarkt fündig werden.
In der Tapetenabteilung findet man einen solchen Andruckroller. Normalerweise kann man mit einem solchen Roller die Nähte von zwei Tapetenbahnen an die Wand drücken, aber man kann damit auch prima Leder oder andere Materialien zusammenpressen.
Dank des Handgriffes und der kleinen Auflagefläche der Rolle kann man somit einen recht hohen Druck auf die Materialien ausüben und diese gut zusammenpressen.
Man sollte beim Kauf nicht unbedingt auf den Preis achten, sondern lieber auf die Qualität der Rolle. Ansonsten kann es passieren das man nicht allzu viel Freude an der Rolle hat.

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